Die Geburt einer neuen Kommunikationskultur

Samstagvormittag in der Fußgängerzone einer beliebigen deutschen Großstadt. Menschen, Kinderwagen, Fahrräder, Einkaufstüten, herumrennende Kinder, kläffende Hunde. Und mittendrin steht ein Mann mit einem Megaphon: „Wer weiß, wo ich hier den besten Kaffee der Stadt kriege?“, brüllt er in das Megaphon und beschallt die gesamte Fußgängerzone. Sie zucken zusammen. Hat der sie noch alle?

Aber irgendwie ist das auch cool. Denn um den Mann mit dem Megaphon scharen sich schnell ein paar lachende Passanten, die ihm ihre Tipps für gute Cafés geben. Ein paar Minuten später ist er weg und hat hoffentlich das gefunden, was er gebraucht hat.

Das Megaphon des 21. Jahrhunderts

Sich mit dem Megaphon in eine Fußgängerzone zu stellen und einfach nach dem zu fragen, was man will – das ist ja ziemlich 19. Jahrhundert, oder? Wir finden: nein. Der Megaphon-Mann holt sich vielmehr genau das, was Menschen immer und überall wollen, auch heute noch: Rat, Tat und Unterstützung von Menschen in ihrer nächsten Nähe. Und deshalb arbeiten wir gerade an der App, die für uns alle das Megaphon des 21. Jahrhunderts sein kann. Damit sieht das Szenario nicht mehr nach 19. Jahrhundert, sondern sehr nach moderner Gegenwart aus: Wir stehen am Samstag in der Fußgängerzone, haben großen Kaffeedurst, Sie wissen schon, und anstatt die Straße zu beschallen, tippen wir unsere Frage in die App. Innerhalb von Sekunden haben wir drei Empfehlungen – und vielleicht sogar noch eine freundliche Einladung, uns zu einer Gruppe netter Menschen zu gesellen, die bereits in einem der Cafés sitzt.

Eine neue Kommunikationskultur ist das nicht nur deshalb, weil die Lärmbelästigung durch die App deutlich geringer ist als die durch ein Megaphon. Sondern vor allem, weil es Menschen so schaffen, sich interessengebunden und lokal zu vernetzen – nicht weil sie sich schon kennen, sondern weil sie bestimmte Interessen teilen: eine neue Kommunikationskultur.