Zahlen Sie bei H&M Eintritt?

Datenschutz ist ein großes und wichtiges Thema – das viele vergessen, wenn es darum geht, Apps auf Smartphones zu benutzen.

Da lassen die Nutzer ihre Apps auf sämtliche Daten zugreifen, die sich auf dem Smartphone so befinden. Aber das wird nicht mehr lange gutgehen.

Zahlen Sie bei H&M Eintritt?

Stellen Sie sich vor, Sie brauchen eine neue Hose. Also gehen Sie zum Beispiel in einen H&M. Angenommen hinter der Eingangstür hielte man sie auf und würde fünf Euro Eintritt von Ihnen Eintritt verlangen – die Sie natürlich mit den im Laden getätigten Einkäufen verrechnen dürften. Auch wenn Sie noch gar nicht wissen, ob Sie tatsächlich eine Hose in diesem Laden kaufen werden. Außerdem sollen Sie noch Ihre Adresse und Ihr Geburtsdatum angeben und Ihre E-Mail-Kontakte für H&M freischalten, damit alle Menschen, die Sie kennen, H&M-Werbung bekommen können.

Das hört sich ziemlich absurd an, oder? Ist es auch. Zumindest für einen Laden wie H&M, dort findet das eben skizzierte Szenario natürlich nicht statt. Für Anbieter von Apps ist dieses Gebaren jedoch ganz normal: Sie lassen Kunden für etwas bezahlen, das diese sich noch nicht einmal vorher anschauen konnten und von dem sie nicht wissen, ob es ihnen tatsächlich nützt. Sie verlangen Zugriff auf die persönlichen Daten ihrer Kunden, bis hin zu Standortinformationen und privaten Kontakten. Und diese Daten nutzen sie dann auch noch kommerziell.

Wie spät ist es?

Ein ganz anderes Beispiel: An einem Samstagvormittag spricht Sie in der Fußgängerzone Ihrer Stadt ein Passant an und fragt Sie nach der Uhrzeit. Was machen Sie? Sie schauen auf die Uhr und sagen dem netten Menschen vor Ihnen, wie spät es ist. Oder? Sie kämen nicht im Traum darauf, ihn erst nach seinem Personalausweis zu fragen, bevor Sie ihm diese Auskunft geben. Und wenn doch, würde sich der Frager sicherlich ohne mit der Wimper zu zucken von Ihnen abwenden und den nächsten Passanten nach der Uhrzeit fragen. Hätte es sich dagegen um eine App gehandelt, die ihm wichtige nutzwertige Informationen gibt, hätte es derselbe Mensch vermutlich als völlig normal empfunden, wenn er dafür im Gegenzug höchst persönliche Informationen preisgibt.


Wir sind überzeugt davon: Kunden werden nicht mehr lange akzeptieren, dass Apps Daten im großen Stil abgreifen. Schon jetzt ist belegt, dass die Menschen zwar viele Apps auf ihre Smartphones heruntergeladen haben, aber tatsächlich nur wenige davon wirklich nutzen. Der Markt konsolidiert sich also. Das heißt aber nicht, dass Apps verschwinden. Sie werden sich jedoch verändern müssen, wenn sie weiterhin bestehen wollen. Wir bei dynacrowd betrachten die Selbstbestimmung im Umgang mit den persönlichen Daten als ein wesentliches Gut und haben uns verpflichtet, sorgsam damit umzugehen. Welche Vorstellungen und Lösungen wir konkret für das Problem mit der Datenfreigabe bei den Apps entwickelt haben, lesen Sie im Beitrag "Revolution in der digitalen Kommunikation".